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Curriculum Vitae- Giuseppe Jacovo 

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www.giuseppejacovo.com

Eugen Onegin

Hector Berlioz'
"Romeo und Julia" in Flensburg

Schleswig-Holsteinische
Landestheater und Sinfonieorchester GmbH
Spielzeit 2003/2004 - Generalintendant Michael Grosse
www.sh-landestheater.de

Dramatische Sinfonie mit Chor, Gesangssoli
und einem Prolog in Chorrezitativ op. 17

  • März 2004
Es singen und spielen: Solisten:
  • Eun-Jin Seo, Alt
  • Giuseppe Jacovo, Tenor
  • Jacek Janiszewski, Bass
Chöre / Orchester:
  • Opernchor des Landestheaters - Einstudierung: Raimund Heusch
  • Torsdagskoret - Einstudierung: Ase Pejtersen
  • Helligaandskirkens Kor - Einstudierung: Hans Christian Hein
  • Schleswig-Holsteinisches Sinfonieorchester - Dirigent: Gerard Oskamp

Berlioz war die Inkarnation des romantischen Genius:
eine entfesselte Kraft.

Romain Rolland

Hector Berlioz (1803-1869) liebte Shakespeare und eine der besten Shakespeare-Darstellerinnen seiner Zeit, die Irin Harriet Smithson, die er 1833 heiratete. Das waren genug künstlerisch-persönliche Gründe, sich mit dem grossen Engländer auseinander zu setzen.

1839 präsentierte er dem Publikum erstmals ein geniales Ergebnis: die dramatische Sinfonie mit Chor Romeo et Juliette. In einer unnachahmlichen Mischung aus Orchestermusik und opernhaften Passagen deutete Berlioz die Charaktere und Handlung des wohl bekanntesten Shakespeare-Dramas musikalisch aus. Verblüffend dabei sein Vorgehen: Nur Pater Lorenzo singt, nicht aber Romeo und Julia. In traditionellen Opernduetten wollte Berlioz ihre Liebe nicht vertonen. Mit Instrumentalmusik gestaltete er ihre tragisch endende Geschichte, was den Zuhörerinnen und Zuhörern Freiräume für ihre Fantasie lässt.

Berlioz selbst hat sein Verfahren so begründet:

"Wenn in den berühmten Szenen im Garten und auf dem Friedhof der Dialog zwischen den beiden Liebenden, die Selbstgespräche Juliettes, die leidenschaftlichen Regungen Roméos nicht gesungen werden und wenn schliesslich die Zwiegesänge der Liebe und der Verzweiflung dem Orchester anvertraut sind, so sind die Gründe dafür zahlreich und leicht verständlich. Der erste, und er allein genügte schon zur Rechtfertigung des Komponisten, ist der, dass es sich um eine Sinfonie handelt, nicht um eine Oper. Ferner schien es, da ähnliche Duette schon sehr oft, und von den größten Meistern, für Gesang komponiert worden sind, ebenso ratsam wie reizvoll, eine andere Ausdrucksweise zu versuchen. Auch machte die Erhabenheit dieser Liebe ihre Schilderung für den Musiker so gefährlich, dass er seiner Fantasie einen Spielraum gönnen musste, den der festgelegte Sinn gesungener Worte nicht zugelassen hätte, und zur instrumentalen Sprache seine Zuflucht nehmen, einer reicheren, mannigfaltigeren, weniger fixierten Sprache, und einer gerade dadurch in einem solchen Fall durch ihre Unbestimmtheit unvergleichlich wirkungsvolleren."

Eingeleitet wird der besondere Konzertabend mit der Sinfonie von Lodovico Viadana (1560-1627). Das einzige bekannte große Instrumentalwerk Viadanas, der ein Meister des Vokalen war, ist eine musikalische Reise durch verschiedene italienische Städte wie Neapel, Verona und Mantua und stimmt damit auf den Handlungsort von Romeo und Julia ein. Die Fassung für modernes Sinfonieorchester schrieb der Komponist und Dirigent Bruno Maderna (1920-1973).

Erster Teil

  • 1. Instrumental-Einleitung: Kämpfe - Tumult - Intervention des Fürsten
  • 2. Prolog: Chorrezitativ - Lied - Rezitativ und Scherzetto

ALT UND KLEINER CHOR (D'anciennes haines...)
Ein alter, bereits begrabener Hass ist wie aus der Hölle wieder aufgetaucht:
Die Capulets und die Montagus, zwei verfeindete Häuser, kreuzten in Verona wieder die Klingen.
Der Fürst hat jedoch den Fortgang solch blutiger Unruhen unterbunden und denen den Tod angedroht, die gegen seinen Befehl zur Selbstjustiz mit dem Schwert ihre Zuflucht nähmen. In dieser kurzen Friedenszeit gibt das alte Familienoberhaupt der Capulets ein Fest.

ALT (Le jeune Romeo...)
Der junge Romeo irrt traurig um den Palast und beklagt sein Schicksal; denn er ist in Liebe entbrannt zu Julia... Tochter der Feinde seiner Familie!...

ALT UND KLEINER CHOR (Le bruit des instruments...)
Instrumentenklang und Liedmelodien dringen aus den goldglänzenden Sälen und laden zum Tanz und zu fröhlichem Jubel.

KLEINER CHOR (La fête est terminée...)
Das Fest ist aus; als aller Lärm verstummt, hört man noch, wie die müden Tänzer singend unter den Arkaden von dannen gehen.
Ach! und Romeo seufzt, denn er musste Julia verlassen! - Doch plötzlich steigt er über die Gartenmauer, um noch einmal die Luft zu atmen, die sie atmet. Da erscheint, schneeweiss, Julia auf einem Balkon... und da sie sich bis zum Morgen alleine glaubt, vertraut sie der Nacht ihr Liebesgeständnis an. Romeo, zitternd vor freudiger Unruhe, entdeckt sich Julia, und auch aus seinem Herzen lodern Flammen der Liebe empor.

Lied

ALT (Premiers transports que...)
Erste Wallungen, die keiner vergisst!
Erste Geständnisse, erste Schwüre zweier Liebender unter den Sternen Italiens, dessen heiße Luft kein Zephir kühlt, wo in der Ferne Orangen duften und die Nachtigall sich in langen Seufzern verzehrt!
Welche Kunst besäße eine Sprache, auserlesen genug, um solch himmlische Verlockung zu schildern? Erste Liebe, schwebst du nicht höher als alle Poesie? Oder bist du vielleicht in unserem irdischen Exil jene Poesie selbst, deren höchstes Geheimnis Shakespeare allein kannte und mit sich in den Himmel nahm?

KLEINER CHOR
... in den Himmel nahm?

ALT (Heureux enfants aux coeurs...)
Glückliche Kinder mit flammenden Herzen! Vom Zufall in Liebe vereint durch einen einzigen Blick, so lebt ihr beide in einer einzigen Seele!
Verbergt es wohl im Schatten blühender Sträucher, dieses göttliche Feuer, das euch entzündet, dieses reine Verzücken, das nicht Worte, nur Tränen kennt!
Welcher König könnte glauben, dass seine Liebeswallungen, eurem keuschen Taumel glichen?
Glückliche Kinder!... und welche Schätze wären so viel wert wie ein einziges Lächeln von euch!
Ah! Schlürfet recht lang aus dieser Honigschale, sie ist viel süßer noch als jene Kelche, aus denen die Engel, eure Wonnen euch neidend, himmlische Seligkeit schöpfen!

KLEINER CHOR
--- Seligkeit schöpfen!

Rezitativ und Scherzetto

TENOR UND KLEINER CHOR (Bientôt de Romeo...)
Die bleichen Träume Romeos erheitern alle seine Freunde:

TENOR
"Mein Lieber", sagt der elegante Mercutio, "ich wette, die Königin Mab hat dich besucht!"

TENOR UND KLEINER CHOR
Mab, die leichte, luftige Botin! Als Karosse dient ihr eine Nussschale,

TENOR
die das Eichhorn aushöhlte; die Spinne wob mit ihren Fingern die Zügel dazu.

TENOR UND KLEINER CHOR
Galoppiert die Fee in dieser winzigen Equipage nächtens im Kopf eines Pagen wie toll umher,

TENOR
dann träumt er von einem tollen Streich oder von einem leisen Ständchen

TENOR UND KLEINER CHOR
im Mondenschein, unten am Turm. Auf ihrer Reise

TENOR
fährt die kleine Königin

TENOR UND KLEINER CHOR
dann auf den braunen Nacken eines Soldaten nieder.

TENOR (Il reve canonnades...)
Er träumt von Kanonensalven und kühnen Degengefechten... die Trommel! ...die Trompete... da erwacht er; erst flucht er und betet unter Flüchen,

TENOR UND KLEINER CHOR
dann schläft er wieder ein.

TENOR
und schnarcht mit seinen Kameraden.

TENOR UND KLEINER CHOR
Mab hat dieses ganze Spektakel veranstaltet! Und sie ist es auch, die im Traum ein junges Mädchen einkleidet und zum Ball geleitet.

TENOR
Doch da kräht der Hahn, es wird Tag, wie der Blitz entflieht Mab

TENOR UND KLEINER CHOR
in die Lüfte.

KLEINER CHOR (Bientôt la mort...)
Bald herrscht der Tod.
Vom Schmerz gebändigt, vereinen sich die Capulets und die Montagus endlich, um dem Hass abzuschwören, der so viel Blut und Tränen fließen liess.

Zweiter Teil

  • 1. Andante - Allegro: Romeo allein - Traurigkeit - Entfernte Klänge von Konzert und Ball - Großes Fest bei Capulet
  • 2. Adagio: Heitere Nacht - Capulets Garten, still und verlassen - Die jungen Capulets, das Fest verlassend, ziehen vorüber und singen Nachklänge der Ballmusik - Liebesszene
  • 3. Scherzo: Königin Mab oder die Fee der Träume

CHOR 1 UND CHOR II (Ohé! Capulets, bon soir!) (in der Ferne)
Heda! Capulets, guten Abend! Ihr Herren, auf Wiedersehen! Ah! Welch eine Nacht, was für ein Festmahl! Ein göttlicher Ball! Nichts als tolldreiste Reden! Ihr schönen Damen aus Verona, unter großen Lärchenbäumen sollt ihr vom Ball und von der Liebe träumen, bis zum Morgen!

Liebeszene
Julia auf dem Balkon; Romeo im Schatten

Dritter Teil

  • 1. Julias Leichenzug
  • 2. Romeo in der Gruft der Capulets: Anrufung - Julias Erwachen - Wahnsinnige Freude, Verzweiflung - Todesangst und Tod der beiden Liebenden
  • 3. Finale: Die Menge eilt zum Friedhof - Streit der Capulets und Montagus - Rezitativ und Arie des Pater Lorenzo - Versöhnungsschwur

CHOR DER CAPULETS (Jetez des fleurs...) (während des Trauermarsches)
Streut Blumen für die entschlafene Jungfrau!
Folgt unserer geliebten Schwester bis an das Grab!

CHOR DER MONTAGUS (Quoi! Romeo de retour!)
Was! Romeo zurück! Romeo! Um Julias willen schließt er sich in der Gruft der Capulets ein, die seine Familie verabscheut! Ah! Fluch über sie! Romeo! Himmel! Tot, alle beide! Und ihr Blut ist noch warm! Ah! Welch schreckliches Geheimnis!

CHOR DER CAPULETS
Was! Romeo zurück! Romeo! Die Montagus haben das Grab Julias, die erst des Morgens verblichen war, aufgebrochen! Ah! Fluch über sie! Julia! Himmel! Tod, alle beide! Und ihr Blut ist noch warm! Ah! Welch schreckliches Geheimnis!

Rezitativ

PATER LORENZO (Je vais devoiler...)
Ich werde das Geheimnis enthüllen: Dieser Leichnam, das war Julias Gatte. - Seht ihr diesen Körper am Boden liegen? Ach, das war Romeos Frau. - Ich habe sie vermählt!

DIE BEIDEN CHÖRE
Vermählt!

PATER LORENZO (Qui, je dois...)
Ja, ich muss es gestehen. - Ich erhoffte mir davon ein heilsames Pfand für eine künftige Freundschaft zwischen euren Häusern...

DIE BEIDEN CHÖRE
Wir - Freunde der Montagus/Capulets!... Wir fluchen ihnen.

PATER LORENZO ((Mais vous avez repris la guerre...)
Aber ihr habt den Familienzwist wieder entfacht! Um einem anderen Ehebündnis zu entkommen, suchte das unglückliche Mädchen in seiner Verzweiflung mich auf: 'Ihr allein", rief sie, "hättet mich retten können! Jetzt bleibt mir nur noch der Tod!" In dieser äußersten Gefahr ließ ich sie schließlich, um das Schicksal abzuwenden, einen Schlaftrunk nehmen, der noch am selben Abend ihr die Blässe und Kälte des Todes verlieh!

DIE BEIDEN CHÖRE
Einen Schlaftrunk!

PATER LORENZO (Et je venais sans crainte...)
Und ohne Furcht kam ich hierher, ihr beizustehen. Doch Romeo, getäuscht, kam mir in der Totengruft zuvor, um am Leichnam seiner Liebsten zu sterben; und, kaum erwacht, erkannte Julia, dass Romeo den Tod in seinem zerstörten Innern trug; sie richtete sein Schwert gegen sich und ging in die Ewigkeit ein, gerade als ich erschien. - Das ist die ganze Wahrheit!

DIE ALTEN CAPULETS UND MONTAGUS (bestürzt)
Vermählt!

Arie

PATER LORENZO (Pauvres enfants...)
Ihr armen Kinder, begraben zusammen vor der Zeit, ich beweine euch; über eurer düsteren Bleibe wird man noch in ferner Zukunft weinen! Durch euch wird Verona in der Geschichte einmal groß genannt werden, ohne selbst daran zu glauben, allein euer Angedenken wird seinen Schmerz und seinen Ruhm begründen! Wo sind sie jetzt, die Capulets und Montagus, diese wilden Feinde? Kommt! Schaut! Berührt sie... Hass in eueren Herzen, Schimpf auf eueren Lippen, ihr Barbaren, naht euch doch diesen bleichen Liebenden! Gott straft euch in euren Kindern, seine Züchtigungen, seine rächenden Blitze kennen unsere geheime Furcht. Hört seine donnernde Stimme: "Damit dort oben meine Rache verzeihe, müsst ihr eure rasende Wut vergessen!"

CHOR DER CAPULETS
Aber ihr Schwert ist von unserem Blut gerötet!

CHOR DER MONTAGUS
Das unsere auch erhebt sich gegen sie.

DIE CAPULETS
Sie haben Tybalt getötet!

DIE MONTAGUS
Und wert tötete Mercutio?

DIE CAPULETS
Und was ist mit Paris?

DIE MONTAGUS
Und Benvolio?

DIE CAPULETS
Verräter! Niemals Frieden!

DIE MONTAGUS
Nein, ihr Feiglinge, keine Waffenruhe!

DIE BEIDEN CHÖRE
Nein, nein, nein, nein!

PATER LORENZO (Silence, malheureux!)
Schweigt, ihr Unglücklichen! Könnt ihr mit gutem Gewissen angesichts einer solchen Liebe so großen Hass zur Schau tragen? Müsst ihr an diesem Ort eurer Wut freien Lauf lassen, neu entfacht durch Grabesfackeln?

(Grand Dieu...)
Großer Gott, der du auf den Grund der Herzen siehst, du weißt, wie lauter meine Absicht war. Großer Gott, erleuchte mit deinen Strahlen diese harten, schwarzen Seelen und mache, dass sich dein Odem beim Klag meiner Stimme schützend auf sie niedersenkt und ihren Zorn verjagt und zerstreut wie die Spreu im Wind!

CHOR DER MONTAGUS (O Juliette, douce fleur...)
O Julia, sanfte Blume, in diesem erhabenen Augenblick sind selbst die Montagus bereit, sich von deinem Schicksal rühren zu lassen.

CHOR DER CAPULETS (O Roméo, jeune astre éteint...)
O Romeo, jung erloschener Stern, in diesem erhabenen Augenblick sind selbst die Capulets bereit, sich von deinem Schicksal rühren zu lassen.

BEIDE CHÖRE (Dieu, quel prodige étrange!)
Gott, welch ein sonderbares Wunder! Kein Schrecken, keine Galle mehr! Nur himmlische Tränen! Unsere ganze Seele wandelt sich.

PATER LORENZO (Jurez donc par l'auguste symbole...)
Schwört alle bei dem erhabenen Zeichen, an dem Leichnam der Tochter und dem Leichnam des Sohnes, bei dem Schmerzensholz, das Trost verleiht, schwört alle, schwört bei dem heiligen Kruzifix, dass ihr auf ewig zwischen euch ein Band knüpfen wollt, ein Band zarter Liebe und brüderlicher Freundschaft! Und Gott, in dessen Händen das letzte Urteil liegt, wird diesen Schwur in das Buch der Vergebung eintragen.

KLEINER CHOR DES PROLOGS UND PATER LORENZO
Schwört alle bei dem erhabenen Zeichen, an dem Leichnam der Tochter und dem Leichnam des Sohnes, bei dem Schmerzensholz, das Trost verleiht, schwört alle bei dem heiligen Kruzifix, dass ihr auf ewig zwischen euch ein Band knüpfen wollt, Und Gott, in dessen Händen das letzte Urteil liegt, wird diesen Schwur in das Buch der Vergebung eintragen. Ihr schwört alle, endlich alle eure Rachegefühle zu begraben, Freunde zu sein! Ja!

BEIDE CHÖRE (Nous jurons par l'auguste symbole...)
Wir schwören bei dem erhabenen Zeichen, an dem Leichnam der Tochter und dem Leichnam des Sohnes, Bei dem Schmerzensholz, das Trost verleiht, wir schwören alle bei dem heiligen Kruzifix, dass wir auf ewig zwischen uns ein Band knüpfen wollen, ein Band zarter Liebe und brüderlicher Freundschaft! Und Gott, in dessen Händen das letzte Urteil liegt, wird diesen Schwur in das Buch der Vergebung eintragen. Wir schwören alle, endlich alle unsere Rachegefühle zu begraben, Freunde zu sein für immer!