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Curriculum Vitae- Giuseppe Jacovo 

Giuseppe Jacovo
Tenor

 

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www.giuseppejacovo.com

Otello

"Cosi fan tutte" in Flensburg
Wolfgang Amadeus Mozart

Schleswig-Holsteinische
Landestheater und Sinfonieorchester GmbH
Spielzeit 2001/2002
www.sh-landestheater.de

"Cosi fan tutte"-Inszenierung am Landestheater

Böse, aber auch beglückend
Flensburger Nachrichten

Cosi fan tutte - Böse, sarkastisch und ausweglos zeigt das Landestheater das Mozart - StückMozarts "Cosi fan tutte" ist eine opera buffa, bei welcher das Lachen vergeht. Böse, sarkastisch und ausweglos zeigt Regisseur Matthias Oldag dieses Lehrstück um mögliche weibliche Untreue in der Neuproduktion am Landestheater. Um Irrtümern vorzubeugen: Bei der Flensburger Premiere wurde durchweg so schön gesungen, so klug inszeniert, so gut musiziert, dass man zwischen Begeisterung und Betroffenheit ein wenig ins Taumeln geriet.

Zentralfigur ist Don Alfonso, kein betulicher, altersweiser Onkel, sondern ein diabolischer Zyniker des zwei- bis vierfachen Ehebruchs, ein Teufel als Moralist des umgekehrten Vorzeichens. Als Regisseur des Geschehens ist er stets anwesend - schon während der Ouvertüre als fädenziehender Mephisto: mit blutroter Farbe malt er den Operntitel auf den Zwischenvorhang und wählt aus einer anonymen Volksmasse im Bogart-Look scheinbar willkürlich seine vier Opfer aus. In der Guckkastenbühne die Farben Blau und Rot, aus dem Lot geratene Wände und zwei Bühnengassen, die im Spielverlauf an entscheidenden Stellen unheilvoll aufleuchten: die Welt des alles dominierenden Teufels nebst seiner Kreaturen (präsent und klangschön der Chor) bleibt stets gegenwärtig.

Jacek Janiszewski wird seiner von der Regie initiierten Rolle als Don Alfonso in jedem Moment gerecht. Er ist ein elegant-süffisanter Dämon mit durchaus erotischer Erscheinung, textverständlicher Artikulation und tadellos stimmlicher Bewältigung der anspruchsvollen Partie. Das emanzipierte Hausmädchen Despina, Alfonsos willfährige, lebenserfahrene Helferin ist Petra-Maria Baumann: Überlegen, intelligent und voller weiblicher Raffinesse, dazu mit einigem SexAppeal und dem notwendigen vokalem Vermögen ausgestattet.

Die beiden Bräute Fiordiligi und Dorabella sind zunächst unkritische Schwärmerinnen, dann exaltierte Heulsusen, die ihren Kummer mit Alkoholika ertränken oder sich an den Teddybären aus Kinderzeiten klammern, dann neugierig auf die exotischen neuen Freier und schließlich Reuige mit Vorbehalt. Judy Berry als platinblonde Fiordiligi kann und darf in ihrer höllisch schwierigen Partie brillieren. Überzeugend bewältigt sie die gefürchtete „Felsenarie" und hält dieses Niveau bravourös bis zum bitteren Ende durch. Ihr zur Seite Astrid von Feder. Mit ihrer angenehm imbrierten, fast zu großen Stimme, ihrer Bühnenpräsenz und einer nuancierten Partiegestaltung kann sie mühelos den neuen Freier als auch das Publikum für sich gewinnen.

Die Männer der Liebesprobe gerieren sich zunächst als tumbe Machos, spielen dann ihre Verführerrollen mit sichtlichem Vergnügen, um dann ziemlich verzweifelt bei den erwiesenen Treulosigkeiten dazustehen. Giuseppe Jacovo als Ferrando und Ansgar Hüning als Guglielmo - ein wenig ähnlich im Timbre, aber in der Bewältigung ihrer ziemlich anrüchigen Verführerrollen überzeugend, Der Bariton konnte dabei eindeutig die Partie mit einer grundsoliden Leistung stimmlich für sich entscheiden.

Cosi fan tutte

Die Sinfoniker konnten nach einigen Anlaufschwierigkeiten mit mozartschem Brio und der notwendigen Präzision aufwarten. Dirigent Alexander Schwinck hatte zwar manchmal mit Koordinationsproblemen zwischen Bühne und Graben zu kämpfen, erwies sich aber letztlich als engagiert-umsichtiger Sachwalter der Partitur.

Einzige kleine Beckmesserei: Anscheinend wollte man diese galle-bittere Parabel der Lacher wegen mit Theatergags aufhellen, wobei man hier und da doch allzu dick auftrug, was den sonst so positiven Gesamteindruck ein wenig schmälerte.

Und eine grundsätzliche Frage: warum nur hindert man die Sänger nicht daran, im relativ kleinen Flensburger Haus mit gewaltiger Phonstärke aufzutrumpfen, wo doch gerade Mozarts Partien nach Pianokultur "schreien"?

Sei's drum: eine rundum gelungene, stimmige Produktion, die vom Publikum beglückt-bedrückt mit viel Applaus und etlichen Bravi quittiert wurde.